Interview: Gated Communities und Segregation (German & English)

Gated Communities und Segregation als Manifestationen von Machtverhältnissen im Raum

Tobias Hagleitner sprach mit Sigi Atteneder im Rahmen des Seminars „Räume und Medien (Räume der Macht)“ – mit Prof. Karin Bruns und Prof. Sabine Pollak am 27.05.2013 an der Kunstuniversität Linz

kunstuniversität linz

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TH: Unser Thema heute im Seminar „Räume der Macht“ ist Gated Communties/Segregierte Räume – Du bist jetzt einige Zeit in Tel Aviv, woran denkst Du aus Deinen Beobachtungen im Field zuerst im Zusammenhang mit diesen Begriffen, was kommt Dir in den Sinn?

SA: Als erstes fällt hier eine enorme Diskrepanz zwischen vermeintlicher oder verordneter Homogenität und einer ‘realen’ „Hyperheterogenität“, wie ein befreundeter Architekt hier gemeint hat, auf. Das lässt mich daran zweifeln wie klar einzelne Viertel oder Communities von einander getrennt sind. Ich muss aber sagen, dass ich mich nicht mit Gated Communities im klassischen Sinn beschäftige, sondern den Begriff weiter fasse und mehr an zugeordneten Identitäten von Räumen und deren Wahrhaftigkeit interessiert bin. Jedenfalls ist ein Spannungsfeld zwischen Trennung („border“) und Verbindung („relation“) zentral für meine Arbeit, und diese Region erscheint mir dafür besonders ergiebig. Es zeigt sich hier sehr stark, dass zugeschriebene abgegrenzte Identitäten nicht funktionieren und weder den Raum produzieren, noch im Stande sind ihn zu erklären, sowohl im Kleinen wie in einem Quartier als auch im Großen auf geopolitischer Ebene.

Dann erscheint mir noch die Unterscheidung zwischen Segregation und Gated Communities wichtig, deren räumliche Ausformungen sich hier im Abstand von 10 Gehminuten finden. Hier in Süd Tel Aviv läuft vom Strand her sozusagen eine Welle der Gentrifizierung landeinwärts. Neve Tsedek, vor 30 Jahren noch völlig heruntergekommen und verfallen, ist jetzt eine der teuersten Adressen Tel Avivs. Vier-fünf Straßen weiter liegt Neve Sha´anan, ein Viertel der Migrantinnen und Migranten, oft als dreckiger Hinterhof Tel Avivs oder gar Israels gesehen. Es scheint mir in diesem Zusammenhang wichtig zu sein, die Konzepte der Segregation und der Gated Community zu unterscheiden. Segregation eher als passive unfreiwillige Ausgrenzung und Gated Communities als aktives Bekenntnis zu einer freiwilligen Eingrenzung.

TH: Ich habe vorhin der Gruppe unser Vorgespräch geschildert und ganz grob beschrieben, dass Du Gated Community oder „Segregierte Räume“ eng mit dem Begriff der „Gruppe“ verbindest, und damit auch als maßstabsabhängiges Phänomen, sozusagen als eine Frage des Beobachtungsstandpunkts betrachtest. Kannst Du das näher erläutern?

SA: Iris Marion Young hat einmal geschrieben, dass wir weder in der Philosophie noch in den Sozialwissenschaften eine Idee davon haben, was eine Gruppe eigentlich ist und ich glaube das ist ganz wichtig wenn es um Formen der Aus- oder Eingrenzung geht. Die Frage, wie sich eine Gruppe bildet oder was ihre Identität letztendlich ausmacht, bleibt für uns planer vor allem in räumlicher Hinsicht interessant. Es gibt nie hundertprozentige Exklusivität, und das ist eigentlich essentiell für jeglichen Fortschritt. Weil dort wo die Dinge zusammenkommen, dort wo sie ineinander übergehen, dort ist es interessant, dort passiert Veränderung. Also wenn wir etwas verändern möchte, ist das der Ort dafür.

Im Vorgespräch hab ich von der Situation in Süd Tel Aviv erzählt. Diese Zone zwischen Tel Aviv und Jaffa war historisch gesehen immer eine Art Zwischenzone mit immer wechselnden Populationen, also ein beständiges Kommen und Gehen und daher geprägt von sozialräumlicher Temporalität. Da gibt es einen Stadtteil in dem ca. 20.000 Migrantinnen und Migranten, zwei Drittel der Einwohner des Viertels, und ein Großteil davon Afrikaner, leben. Für Israel und auch große Teile Tel Avivs ist das eine Gruppe, die dort – mehr oder weniger segregiert – lebt. Wenn man genauer schaut, löst sich diese vermeintliche Homogenität allerdings schnell auf. Da gibt es zunächst große Spannungen zwischen denen, die etwa aus Nigeria stammen und schon länger hier sind und jenen die in den letzten Jahren erst gekommen sind. Bei denen die erst kurz hier sind gibt es wiederum den Unterschied zwischen Sudanesen und Eritreern. Wenn man dann mit den Leuten spricht, kommt heraus, dass es zum Beispiel auch keinerlei Homogenität zwischen Leuten aus verschiedenen Landesteilen und Städten Eritreas gibt. Das geht dann bis zu den üblichen Auseinandersetzungen zwischen Nachbarn, und so weiter. Das kennen wir ja alles aus unserem eigenen Umfeld. Mehr oder weniger dasselbe gilt auch für die wohlhabende Gegend nur ein kurzes Stück entfernt. Mit welcher Berechtigung sprechen wir also von der Gruppe der Afrikanischen Immigranten oder der reichen Juden und „deren“ jeweiligen Räumen?

TH: Wenn wir an eine klassische „Gated Community“ denken, also eine abgeschottete Wohnsiedlung mit Tor und Wächter, wie lässt sich hier die Betrachtung verschieben? Ist das nicht einfach eine hermetische soziale Struktur und Punkt?

SH: Klassische Gated Communities, im Sinne von umzäunten Wohnkomplexen sind wohl etwas anderes, in mancherlei Hinsicht aber auch wieder nicht. Obwohl in der Literatur manchmal von vernetzten Inseln gesprochen wird – etwa der Weg mit dem Auto von der Tiefgarage des Wohnkomplexes zum Bürohochhaus, der Mall und dem Fitnessstudio und wieder zurück zur Wohnung, ohne je mit dem, was wir als Stadt oder urbanen Raum bezeichnen, in Verbindung zu kommen – hängen diese Inseln auch mit dem Rest der Stadt, des Landes und auch mit dem Rest der Welt zusammen. Mein Argument ist also, dass sie eben gar nicht so hermetischeret Strukturen sind, obwohl soziale Unterscheidung und sich mit seinesgleichen zurückzuziehen neben dem Sicherheitsdenken bestimmt wichtige Elemente von Gated Communities sind.

In Tel Aviv – wie auch in vielen anderen Städten – ist es üblich, dass zum Beispiel die Kinder- oder Altenbetreuung von Migrantinnen geleistet wird. Hausmädchen, Gärtner, Reinigungspersonal, das sind alles Jobs die diese Menschen machen. Das heißt im Alltag sind diese Communities gar nicht so „gated“, sondern hängen stark von außen ab und stehen in Beziehung mit anderen Teilen der Stadt. Ganz abgesehen von Infrastruktur wie Ver- und Entsorgung, die fast ausschließlich von außen kommt.

Das ist natürlich hochgradig menschenverachtend. Am Besten wäre es, wenn die Leute zur Arbeit kommen, diese brav erledigen, am Abend aber zurück in den Sudan fahren würden. Als vor etlichen Jahren die Beziehungen zwischen Israelis und Palästinensern besser waren, zum Beispiel, haben zehntausende Palästinenser aus der West Bank in Israel gearbeitet. Sie durften sich dem Gesetz nach aber nicht über Nacht in Israel aufhalten. Ein Hin- und Zurückfahren wäre für viele jedoch logistisch nicht möglich gewesen, sodass sie in irgendwelchen Verschlägen auf dem nackten Boden geschlafen haben. Wurden sie entdeckt, drohte ihnen, die Arbeitsgenehmigung zu verlieren. Da war die Gated Community auf der Ebene des Staates wieder aktiv. Denn das durchgängige Merkmal von Gated Communities – wie der Name schon sagt – ist die Kontrolle von Zugang. Es wird bestimmt ob jemandem der Zutritt erlaubt wird oder nicht. Nicht nur im Fall von Israel läuft das quer durch alle Maßstäbe, von der Staatsgrenze bis zum Individuum und sehr stark politisch bestimmt – borderland eben. Wir, der ‘Westen’ sind die Gated Communities auf globaler Ebene. Klassische Gated Communities spielen aber auch eine Rolle und werden für politische Zwecke verwendet; Stichwort: Sicherheit.

TH: Unser Seminar heißt ja Räume der Macht. Wie ist das mit dem Begriff der Macht? Wie wird Macht ausgeübt; durch wen oder wodurch? Ist das ein bewusster Vorgang der Herrschaft oder eher eine systemische Struktur, die sich „ergibt“?

SA: Naja, Macht ist eine komplexe Angelegenheit und bestimmt nicht einfach und eindeutig zuordenbar. John Allen, Professor an der Open University und eine der führenden Figuren wenn es um Macht und Raum geht, meint, dass sie auf jeden Fall weder zentral gesteuert, noch völlig ungebunden und deswegen überall zu finden ist, sondern, dass sie relational ist und durch Verbindungen und Gleichzeitigkeit geprägt ist. Und Foucault sagt mehr oder weniger dasselbe, wonach Macht Beziehungen sind, die unser Handeln wechselseitig beeinflussen. Dass Macht aufgrund vielschichtiger und quer durch räumliche Maßstäbe verlaufende Verschränkungen heutzutage stark mit Kapital und der öknomischer Macht in Verbindung steht oder beinahe darauf reduziert ist, ist auch nichts Neues.

Jedenfalls ist ‘der Staat’, nachdem er vor einigen Jahren schon beinahe todgesagt wurde, immer noch eine machtvolle Institutioni – in letzter Zeit eng verschlungen mit kapitalistischen oder sogenannten neoliberalen Ideen. Und in Bezug auf Segregation und Gated Communities fällt mir wieder Balibar ein, der von einer „policy of fear“ spricht. Es ist für die Politik und die Interessen die sie steuern von Vorteil, einen Zustand der Angst zu erzeugen und sowohl Segregation als auch Gated Communities haben damit zu tun. Besonders Gated Communities sind Ausdruck solcher Angst, spielen aber einer besseren Kontrolle und einer Kommerzialisierung in die Hände. Eine Stadt voller Gated Communities wäre ein Traum für Kommerz und Kontrolle, aber das Ende von Urbanität. Leider geht es aber in diese Richtung. Im Fall von Immigration zum Beispiel werden zwei Seiten gegeneinander ausgespielt mit dem Ziel besserer Beherrschbarkeit, also Macht über sie. Das ist markant hier in Tel Aviv-Jaffa, aber bestimmt keine Ausnahme. Die Migrantinnen und Migranten leben in ständiger Gefahr abgeschoben zu werden, der wohlhabenderen einheimischen Schicht wird suggeriert, dass sie und ihre Vermögen in Gefahr sind. Deshalb dem Staat die Macht wegzunehmen halte ich aber für nicht erstrebenswert. Wir sollten eher versuchen uns Teilhabe im politischen Prozess zurückzuerkämpfen. Ein schwacher oder abgeschaffer Staat öffnet Kräften gänzlich die Tür, die wir ganz und gar nicht wollen.

TH: Deine Arbeit beschäftigt sich damit, wie Raum anders konzeptualisiert werden kann, nicht als ein Raum der Grenzen sondern als ein Raum der Beziehungen. Wo liegen da die Potentiale für die Zukunft, was ist Dir dabei wichtig?

SA: Wie gerade schon angeklungen, argumentiere ich keinesfalls gegen Grenzen oder für deren Abschaffung, im Gegenteil. Die Essenz von Borderland ist aber, dass Grenzen überall sind und nicht mehr nur an den Rändern von Staaten. Grundsätzlich sind Beziehungen und Grenzen eng miteinander verbunden. Ich kann ja nur eine Beziehung zu etwas haben, dass sich von mir unterscheidet und zu dem ich deshalb eine Grenze habe.

Ich glaube es ist wichtig zu sehen, wenn wir zum Beispiel mit Heidegger argumentieren, dass Grenze nicht nur ein Ende von etwas ist, sondern auch ein Beginn. Und wie das Beispiel der Abhängigkeit von Gated Communities zur Außenwelt schon gezeigt hat, ist es für mich klar, dass Austausch und Relationen ein wichtiger Bestandteil unserer Existenz an sich sind. Dass nichts völlig exklusiv und homogen ist, sondern immer Beziehungen bestehen, beinhaltet das Potenzial für Veränderung. Wie es scheint, haben wir im Moment eine dominante Rolle einer superkapitalistischen Gesinnung. Es gibt aber immer auch eine andere Seite und Foucault sagt, dass Macht ein strategisches Spiel ist und wir uns permanent gegenseitig provozieren. Also einerseits ist Grenzen zu haben etwas natürliches, andererseits sind sie Gegenstand permanenter Verhandlung wenn man so will. Auf jeden Fall aber stehen sie für Situationen (ob physisch oder mental), in denen spannende Dinge passieren und wo damit auch das Potenzial für Verbesserung liegt. Es ist für mich relativ klar, dass Veränderung – im Gegensatz zu Stillstand – immer mit Grenzen und deren Veränderung oder Verschiebung, und damit mit der Etablierung und Aufrechterhaltung von Verbindungen zu tun hat. Profiteure vom status quo möchten den Ist-Zustand beibehalten oder noch mehr zu deren Gunsten verschieben, Diejenigen die unzufrieden sind streben Veränderung in ihrem Sinne an. Friktionen bei Grenzen und Beziehungen, und damit die Offenheit von Raum an sich, stehen aber eher auf der Seite der “Herausforderer”, weshalb man etwa in Zusammenhang mit marginalisierten Menschen nicht von Machtlosigkeit sprechen sollte. Die Macht liegt demnach vielleicht im Potential einer (sozial)räumlichen Offentheit und Prozessualität.

 

Englisch version:

 

Gated Communities and Segregation as Manifestations of Spatial Power Relations

 

Tobias Hagleitner interviewed Sigi Atteneder in the course of the seminar “Spaces and Media (Spaces of Power)” – with Prof. Karin Bruns and Prof. Sabine Pollak, on May 27 2013 at the University of Art and Design Linz.

 

TH: Our topic in the seminar “Spaces of Power” today is Gated Communities/Segregated Spaces. You have been in Tel Aviv for some time now, according to your observations in the field, what are your first thoughts with regard to these concepts, what crosses your mind?

SA: My first thought is on the enormous discrepancy between apparent or ordered homogeneity and an actual “hyperheterogeneity”, as an architect friend from here says. That makes me somewhat sceptical about how clear quarters or communities are separated from each other. Although I have to say, my work is not concerned with gated communities in a classical sense, but rather with spatial identities and their authenticity. In any case, it is the tension between separation (‘border’) and connection (‘relation’) that is central for my work and I feel this region is particularly suitable. It is quite obvious here that attributed and definite identities don’t work, neither in producing space nor in explaining its constitution; and this goes for a small scale like a quarter as well as for the large geopolitical scale.

Furthermore, I think a distinction between segregation and gated communities is important. We find their spatial manifestations within a ten minutes walk. Coming in from the beach here in south Tel Aviv, there is, so to speak, a wave of gentrification running inland. Neve Tsedek, one of the most run-down and neglected areas until 30 years ago, is one of the most expensive addresses in Tel Aviv. Four-five blocks further on there is Neve Sha’anan, a quarter of migrants, often viewed as filthy backyard Tel Aviv’s or even Israel’s. Hence, I find it important to distinguish between segregation and gated communities. Segregation would rather be passive exclusion, while a gated community is an active affirmation to voluntary distinction.

TH: I previously described to the group our preliminary talk and explained in brief that you connect gated community and segregated spaces tightly to the concept of the group and accordingly to a scale-phenomenon; so to speak a question of perspective. Can you elaborate on this?

SA: Iris Marion Young once wrote that we don’t have an idea of what a group actually is, neither in philosophy, nor in social science, and I think this is really important when it comes to forms of inclusion or exclusion. The question how a group forms or what eventually constitutes its identity, is for us as planners particularly important in its spatial respect. There is never absolute exclusivity and this is essential for any progress. Because where the things come together, where they blend into each other, there is the interesting stuff, there is change. So if we want to change something, this is the place to be.

In our preliminary talk I spoke about the situation in south Tel Aviv. This zone between Tel Aviv and Jaffa has historically always been an in-between zone with changing populations, hence a permanent coming and going, characterised by socio-spatial temporality. There is a borough in which about 20.000 migrants, two-thirds of the overall population, and a majority of them Africans, live. For Israel and large parts of Tel Aviv this is a group, which lives there more or less segregated. Looking at it more closely, this alleged homogeneity quickly disappears. There are, in the first place, tensions between those who come from Nigeria for instance and have been here much longer than those who arrived over the last couple of years. Among those who came later, there is a major difference between Sudanese and Eritreans. Speaking to them, it turns out that for example there is no homogeneity whatsoever among people from different parts and cities in Eritrea. This continues down to the usual conflicts among neighbours and so on. We know this from our own environments. More or less the same goes for wealthier areas a short distance away. What validity to we therefore have to speak about the group of African immigrants or rich Jews and ‘their’ respective spaces?

TH: If we think of a classical ‘Gated Community’, an isolated estate with a gate and guards, how can we shift the perspective here? Isn’t this just a hermetic social structure, full stop?

SA: Classical gated communities in terms of fenced off housing complexes are maybe different, but maybe not. Although there is talk about connected islands in literature – the route with the car from the underground car park of the gated complex to the office tower, the mall, the gym and back again to the flat, without ever getting in touch with what we call city or urban space – these islands are also connected with the rest of the city, the state and even the rest of the world. I therefore argue they are not that hermetic, although social distinction and retreat with ones own kind, next to a need for safety, are important elements of gated communities.

In Tel Aviv – as in many other cities – it is quite common that for instance caring for children or elderly is being done by migrants. Maids, gardeners, cleaners, these are all jobs done by those people. That means on an everyday basis, the communities are not that ‘gated’, but dependent on the outside and in relation to other parts of the city. Let alone infrastructure such as supply and disposal that comes almost exclusively from outside.

This is of course highly inhuman. The best thing would be if these people turn up for work, do their job, and go back to Sudan in the evening. When, some years ago, the relations between Israelis and Palestinians, for example, tens of thousands of Palestinians from the West Bank used to work in Israel. According to the law they were not allowed to stay in Israel over night. For many, going back and forth would have been logistically impossible, so they stayed somewhere in shacks on the naked floor. If they were caught, they were threatened to lose their working permit. There was the ‘gated community’ in the form of the state. Because the red thread of a gated communities – the clue is in the name – is control of access. It is determined whether someone is allowed access or not. Not only in the case of Israel, this runs across scales from the state border to the individual and is very political – simply borderland. We, the ‘West’ are the gated communities on a global scale. However, classical gated communities also have a role in this and are used for political reasons; key word: security.

TH: Our seminar is called ‘spaces of power’. How do we conceptualise power? How is power exercised; who and whereby is it exerted? Is it a conscious process of a hegemon or rather a systemic, structural?

SA: Well, power is a complex matter and not easy and clearly classifiable. John Allen, professor at the Open University and a leading figure on matters of power and space, reasons that it is neither centrally steered nor entirely unbound and everywhere, but that it is relational and characterised by connections and simultaneity. And Foucault says more or less the same, according to which power is shaped by relations that mutually influence our actions. That, due to today’s multiple and cross-scale interrelations, power is strongly related or almost reduced to capital and economic power, is also nothing new.

In any case, after having been declared dead a couple of years ago, the ‘state’ is still a powerful institution – lately closely related to capitalist or so called neoliberal ideas. With regard to segregation and gated communities, Balibar again comes to mind, who speaks of a ‘policy of fear’. For politics and the interests that direct them, it is an advantage to produce a condition of fear, and both segregation and gated communities are connected to this. Especially gated communities are the result of such fear, as they play into the hands of control and commercialisation. A city made of gated communities would be the dream for commerce and control, but the end of urbanity. Sadly, we are heading in this direction. In the case of immigration, for instance, are two sides played against each other, with the goal of domination, hence power over them. This is evident here in Tel Aviv-Jaffa, but certainly no exception. The migrants are living in constant fear of being deported, the wealthier, native populations are persuaded they and their wealth are in danger. I nevertheless do not argue for taking away power from the state. We should rather try to increase our participation in the political processes. A weak state entirely opens the door to forces we do not want.

TH: Your work is about a re-conceptualisation of space from a space of borders to a space of relations. Where is potential for the future here, and what is important for you in the course of this?

SA: Like the above suggests, I do not advocate against borders or their elimination, the opposite. The essence of borderland is, however, that borders are everywhere and not only at the edge of states. Basically, relations and borders are tightly connected. I can only have a relation to something that is different to me and to which I therefore have a border.

I think it is important to see, if we argue with Heidegger for instance, that a border is not only the end of something but also a beginning. As the example with the dependence of the gated communities to the outside world has shown, it is clear to me that exchange and relations are a vital component of our existence. The fact that nothing is entirely exclusive and homogeneous, but always in relation, contains the potential for change. At the moment, it seems, a super-capitalist attitude is dominating. But there is also always the other side, and Foucault says that power is a strategic game and we are permanently provoking each other. Hence, on the one hand, having borders is natural; on the other hand they are matter of permanent negotiation. In any case, they represent situations (physical or mental) in which exciting things are happening and where, therefore, potential for improvement is. I am pretty sure that change – as opposed to standstill – is always concerned with changing or shifting borders and thus with the establishment and maintenance of relations. Those who profit from the status quo would like to keep the actual state or shift it even more to their advantage; those who are dissatisfied strive for change in their direction. Frictions with issues of borders and relations and thereby the openness of space as such, are rather on the side of the contenders, why we should not talk about powerlessness of marginalised people. Power might be in the potential of a (socio)spatial openness and processuality.

© Atteneder/Hagleitner 2013

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